In Lebensmittelallergene

Am Sonntag startet das 2. Food Allergen Management Symposium (FAMS 2017) in Australien, kurz darauf findet in Spanien die Free From Food Expo statt. Lebensmittelallergene stehen somit auf gleich zwei Veranstaltungen im Mittelpunkt. Welche Trends die Branche beschäftigen und welche Herausforderungen sich insbesondere für die Analytik ergeben, haben wir für Sie zusammengefasst.

Der Trend ist ungebrochen: Immer mehr Menschen kaufen glutenfreie, laktosefreie oder sonstige „free from“-Lebensmittel – auch wenn sie an keiner Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden. Laut einem BBC-Bericht haben in den vergangenen drei Monaten mehr als die Hälfte der Menschen in Großbritannien mindestens ein „free from“-Produkt gekauft (Quelle). Entsprechend wächst das Angebot an Lebensmitteln, die frei von bestimmten Zutaten sind. Im vergangenen Jahr waren in Europa 12 % aller neu auf den Markt gebrachten Lebensmittel als glutenfrei ausgezeichnet (Quelle). Sehr stark wächst auch der Markt für laktosefreie Lebensmittel. Es wird geschätzt, dass die weltweiten Umsätze mit laktosefreien Produkten von 25 Millionen EUR im Jahr 2016 auf 47 Millionen EUR im Jahr 2020 steigen werden (Quelle). Und der „free from“-Trend betrifft nicht nur Allergene: Bei den Verbrauchern steigt zunehmend die Nachfrage nach veganen, zuckerfreien oder GMO-freien Lebensmitteln. Das hat Folgen für die Lebensmittelanalytik: Immer mehr Produkte müssen auf Allergene oder sonstige Inhaltsstoffe getestet werden.

Effizientere Analysen mit Schnelltests und Automation

Eine steigende Anzahl von Analysen in immer kürzerer Zeit durchführen – das ist eine Herausforderung in vielen Betrieben. Allergen-Schnelltests, die einfach anzuwenden sind und schnelle Ergebnisse liefern, sind daher gefragt. Mit Lateral Flow-Tests, die ein komplettes Testsystem auf einem Membranstreifen vereinen, kann z.B. Gluten in Lebensmitteln in nur fünf Minuten nachgewiesen werden. Immer mehr Lebensmittel vereinen mehrere Eigenschaften in einem Produkt – sie werden also beispielsweise nicht nur als glutenfrei beworben, sondern gleichzeitig auch als laktosefrei. Das macht es wünschenswert, bei der Analytik mehrere Allergene in nur einem Schritt zu testen. Automationslösungen machen das möglich: ELISA-Automaten wie der ThunderBolt® sind in der Lage, zwei Mikrotiterplatten gleichzeitig abzuarbeiten.

Vermehrte Rückrufe erfordern verbesserte Methoden

Die unbeabsichtigte Kontamination mit Allergenen während Produktion und Transport ist nach wie vor ein großes Problem für die Hersteller. Hinzu kommt das Thema Lebensmittelbetrug: Durch das Ersetzen einer Zutat durch eine günstigere machen Kriminelle viel Geld. Für Allergiker kann das fatal sein, wenn zum Beispiel Erdnüsse in einer Tüte Mandeln landen. Nicht gekennzeichnete Allergene sind für die Mehrheit aller Produktrückrufe verantwortlich. Damit es nicht so weit kommt, muss das Allergenmanagement weiter verbessert werden. Ein Problem war bislang der Mangel an geeignetem Referenzmaterial für die Allergenanalytik, wodurch es schwierig war, die Methoden zu validieren und zu kalibrieren. Das hat sich nun geändert: Seit Januar ist von MoniQA das erste validierte Referenzmaterial für Allergene erhältlich. Das Sortiment für die Analyse von Milch umfasst neben einer Positiv- und einer Negativkontrolle zwei natürlich kontaminierte Proben mit unterschiedlich hoher Konzentration an Milchprotein. Weiteres Referenzmaterial für Gluten und Soja soll folgen.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Allergenanalytik? Wir beraten Sie gern!

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