In Lebensmittelallergene, Produktverfälschungen

Pferdefleisch in der Lasagne, Frostschutzmittel im Wein oder falsch deklarierter Fisch: Beispiele für Lebensmittelbetrug gibt es viele. Die vorsätzliche Täuschung des Verbrauchers ist nicht bloß unappetitlich – für Allergiker kann sie sehr gefährlich werden.

Lebensmittelbetrug ist weltweit ein zunehmendes Problem. Um einen finanziellen Vorteil zu erzielen, wird Olivenöl mit Sojaöl gestreckt, Milchprodukten wird künstlich Melamin zugesetzt oder minderwertiges Fleisch wird als hochwertiges ausgegeben. Kaum ein Lebensmittel blieb bisher von Skandalen verschont. Dabei unterscheidet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fünf verschiedene Arten von Lebensmittelbetrug:

  • Zusatz eines lebensmittelfremden Stoffes zur Vortäuschung einer besseren Qualität oder zur Streckung
  • Zusatz eines im Lebensmittel bereits enthaltenen Stoffes zur Vortäuschung einer besseren Qualität oder zur Streckung
  • Verschnitt von Lebensmitteln verschiedener Herkunft ohne entsprechende Kennzeichnung
  • Anwendung nicht gekennzeichneter oder nicht erlaubter Herstellungsprozesse
  • Falschdeklaration

Nicht jeder Vorfall von Lebensmittelverfälschung oder Falschdeklaration geschieht mit krimineller Absicht. Doch egal ob vorsätzlicher Betrug oder Unachtsamkeit – eine fehlerhafte Etikettierung von Lebensmitteln kann für den Verbraucher ein Risiko darstellen. Enthält ein Lebensmittel eine allergene Zutat, ohne dass dies ersichtlich ist, kann das für Allergiker lebensbedrohlich sein.

Im letzten Jahr sorgte ein solcher Fall in England für Aufsehen: Dort starb ein 38-jähriger an einer allergischen Reaktion, nachdem er ein Curry-Gericht gegessen hatte. Das Restaurant hatte die Mandeln durch eine günstigere Nussmischung mit Erdnüssen ersetzt. Auch in Australien gab es bereits einen Todesfall aufgrund von Lebensmittelfälschung. Hier war ein Kokosmilch-Getränk verantwortlich für den Tod eines 10-jährigen Kindes – das Getränk enthielt auch Kuhmilch, was nicht auf dem Etikett angegeben war.

Die meisten Lebensmittelallergien werden durch nur acht Allergene ausgelöst – die sogenannten „Big 8“ Ei, Fisch, Krustentiere, Milch, Erdnüsse und andere Nüsse, Soja und Weizen. Dennoch ist es wichtig, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass potenziell beinahe jedes Lebensmittel beim Konsumenten eine allergische Reaktion auslösen kann. Die Authentizitätsprüfung von Lebensmitteln ist daher ein wichtiges Feld auch im Rahmen des Allergenmanagements. Umfassende Lebensmittelanalysen und auch strengere Kontrollen z.B. der Zulieferer sind unabdingbar, um die Sicherheit der Verbraucher sicherzustellen.

Lebensmittelbetrug und Allergenmanagement

Wie sicher sind unsere Lebensmittel? Was steckt hinter Begriffen wie „bio“, „frei von“ oder „aus der Region“? Welche Möglichkeiten gibt es zur Authentizitätsprüfung von Lebensmitteln? Diese und andere Themen werden demnächst auf einem gemeinsamen Symposium der MoniQA Association und des CNR-ISPA Instituts behandelt. Die Konferenz mit dem Titel Food Fraud Prevention and Effective Food Allergen Management findet vom 26. bis 27. Januar im süditalienischen Bari statt. Die R-Biopharm AG wird auch vor Ort sein und über neue Methoden des Allergenmanagements berichten. Wir würden uns freuen, Sie dort zu treffen!

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