In Früchte, Gewürze & Nüsse, Lebensmittelallergene

Die Nussallergie sorgt immer wieder für Unklarheiten: Welche Nüsse können Allergiker essen, und welche nicht? Zählen Pistazien überhaupt zu den Nüssen? Und welche Kreuzallergien sind möglich? Zum Nationaltag der Pistazie nehmen wir das allergene Potenzial der würzigen grünen Nuss unter die Lupe.

Am 26. Februar ist Nationaltag der Pistazie. Die Pistazie, die auch „grüne Mandel“ oder „lachende Nuss“ genannt wird, ist beliebt als Snack, im Eis, in Konfekt und Schokolade. Darüber hinaus gilt die Pistazie als gesund: Sie enthält hohe Mengen an Proteinen, Ballaststoffen, Mineralstoffen, Vitaminen und Antioxidantien. Allerdings reagieren einige Menschen allergisch auf Pistazien. Die Nussallergie zählt zu den häufigsten Lebensmittelallergien. Etwa 1 Prozent der Bevölkerung ist betroffen. Und immer wieder wirft die Nussallergie Fragen auf. Wir haben die Antworten dazu.

Pistazie, Mandel & Co.: Was zählt eigentlich als Nuss?

Fakt ist: Nuss ist nicht gleich Nuss. Tatsächlich gibt es aus botanischer Sicht nur relativ wenige „echte Nüsse“, darunter Haselnüsse, Walnüsse sowie Esskastanien. Erdnüsse sind botanisch gesehen Hülsenfrüchte. Mandeln, Pekannüsse, Pistazien, Cashewnüsse und Kokosnüsse zählen zu den Steinfrüchten. Die Macadamianuss ist eine sogenannte Balgfrucht, die Sheanuss eine Beere. Paranuss, Muskatnuss und Pinienkerne sind botanisch betrachtet Samen. Welche Nuss (oder auch „Nicht-Nuss“) für Allergiker problematisch ist, lässt sich jedoch nicht pauschal sagen. Nussallergiker müssen sich von ihrem Arzt testen lassen, um herauszufinden, welche Sorten sie essen können.

Welche Kreuzreaktionen gibt es?

Bei Nussallergikern sind Kreuzreaktionen weit verbreitet. So geht eine Allergie gegen Haselnüsse häufig mit einer Pollenallergie einher. Andere Nussallergiker zeigen allergische Reaktionen gegen Steinobst, Kiwis, Erdbeeren, Sesam, Mohn oder auch Roggen. Liegt eine Allergie gegen Pistazien vor, besteht häufig eine Kreuzallergie gegen Sonnenblumensamen.

Welche Lebensmittel müssen bei einer Nussallergie gemieden werden?

Nussmischungen, Studentenfutter & Co. sind für Allergiker selbstverständlich tabu. Jedoch können Nüsse auch als „verstecktes Allergen“ in Lebensmittel gelangen – beispielsweise über Kontaminationen bei Produktion oder Lagerung. Besondere Vorsicht ist geboten bei Süßwaren wie beispielsweise Schokolade oder Eis. Aber auch Backwaren, Wurstwaren, Frühstückscerealien, Käse, Fleischgerichte, Soßen, Instant-Getränke und Fertiggerichte können Nüsse enthalten. Wer schon bei bloßem Hautkontakt allergische Reaktionen zeigt, sollte auch bei Shampoos und Lotionen vorsichtig sein: Auch dort kann beispielsweise Mandelmilch enthalten sein.

Was sind Alternativen für Nussallergiker?

Eine gesunde und vielfältig einsetzbare Alternative zu Nüssen sind Kürbiskerne. Auch Sojaflocken, Kichererbsen, Erdmandeln, Sesam, Mohn, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Flohsamen oder Chiasamen sind ein guter Ersatz für Nüsse. In vielen Rezepten lassen sich Nüsse gut durch Trockenfrüchte ersetzen. Zudem wird Kokosnuss von vielen Nussallergikern problemlos vertragen.

Müssen Nüsse als Allergen deklariert werden?

Als eines der „8 großen Allergene“ müssen Nüsse in fast allen Ländern der Welt auf der Zutatenliste von verpackten Lebensmitteln gekennzeichnet werden. Laut EU-Verordnung 2007/68/EG sind Erdnüsse, Haselnüsse, Walnüsse, Paranüsse, Cashewnüsse, Macadamianüsse, Pekannüsse, Pistazien und Mandeln kennzeichnungspflichtig.

Worauf muss man achten, wenn man ein nussfreies Lebensmittel anbieten möchte?

Auch wenn z.B. Mandeln, Cashews oder Pistazien im botanischen Sinne keine Nüsse sind, enthalten sie doch Allergene, die für Allergiker gefährlich sein können. Daher sollten Lebensmittelproduzenten ihre Waren auf eine Reihe von Schalenfrüchten testen. Aus allergologischer Sicht relevant sind Erdnüsse, Haselnüsse, Walnüsse, Paranüsse, Cashewnüsse, Macadamianüsse, Pekannüsse, Pistazien und Mandeln.

How do I test foods for traces of nuts?

Der Nachweis von Nüssen ist mit verschiedenen Methoden möglich. Ein quantitatives immunologisches Verfahren ist der ELISA-Test. Mit einem PCR-Test wird das Allergen mittels eines DNA-Nachweises qualitativ detektiert. Für den Nachweis von Kontaminationen auf Produktionsflächen oder Arbeitsgeräten eignet sich ein Lateral Flow Test.

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