In Fleisch, Produktverfälschungen, Real-time PCR

Falsche Etikettierung, unerlaubte Zusätze oder Austausch von teuren Zutaten durch billigere: Bei einer weltweiten Razzia gegen Lebensmittelbetrug hat Interpol gefälschte Waren im Wert von rund 103 Millionen Euro beschlagnahmt. Was Sie darüber wissen sollten und wie Fälschungen aufgedeckt werden können, haben wir zusammengefasst.

Sechs Jahre nach dem Pferdefleischskandal machte kürzlich ein neuer Lebensmittelskandal in Frankreich Schlagzeilen: Dort wurden gravierende Qualitätsmängel bei Tiefkühl-Burgern festgestellt, die an verschiedene Hilfsorganisationen verkauft worden sind. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurde das Rinderhackfleisch mit so viel Fett, Soja und Stärke aufgefüllt, dass es rechtlich gar nicht mehr als Fleisch deklariert werden dürfte. Nur wenige Wochen später ist das Thema Lebensmittelbetrug nun erneut in den Schlagzeilen: Interpol hat die Ergebnisse seiner weltweiten Operation gegen Lebensmittelbetrug, Opson VIII, veröffentlicht. Bei der Razzia stießen die Ermittler unter anderem auf mit Robusta-Bohnen verfälschten Arabica-Kaffee, gepanschten Alkohol, gefälschte Bio-Zertifikate bei Äpfeln, Käse und Hähnchenfleisch mit manipuliertem Haltbarkeitsdatum, Medikamente in Erfrischungsgetränken und gefährliche Inhaltsstoffe in Fatburner-Produkten. Insgesamt wurden in 78 Ländern rund 16.000 Tonnen Lebensmittel und 33 Millionen Liter Getränke beschlagnahmt und 672 Verdächtige festgenommen.

Lebensmittelbetrug, auch als „Food Fraud“ bezeichnet, ist weltweit ein zunehmendes Problem. Gefälscht wird bei allen Arten von Lebensmitteln, besonders häufig bei Olivenöl, Fisch, Meeresfrüchten, Milchprodukten, Honig, Kaffee, Tee, Gewürzen, Wein und Spirituosen. Eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von Lebensmittelbetrug spielen geeignete Analyseverfahren. Doch wie weist man Lebensmittelfälschungen nach? Das erklärt Dr. Caroline Knoll im Video:

Produktverfälschungen aufdecken

Durch die Analyse der DNA kann die Herkunft eines Lebensmittels bestimmt werden. Beispielsweise kann man mit solchen molekularbiologischen Testverfahren nachweisen, ob ein Rindfleischprodukt Pferde-DNA enthält. Dies kann man sowohl qualitativ als auch quantitativ messen, um zu unterscheiden, ob es sich um eine womöglich unbeabsichtigte Kontamination oder um eine absichtliche Verfälschung handelt. Da man bei Kontrollen vorher nicht immer weiß, welche Art von Verfälschung vorliegen könnte, ist ein Screening oftmals sinnvoller als ein einzelner Test. Hierfür können Multiplex-PCR-Tests verwendet werden, die auch parallel abgearbeitet werden können. So kann beispielsweise eine Probe in einem einzigen Durchgang auf DNA von Rind, Schaf, Ziege, Schwein, Huhn, Truthahn, Kamel, Pferd und Esel untersucht werden.

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