In Gebrauchsfertige Nährbodenplatten, Mikrobiologie

Mikrobiologische Verunreinigungen durch Bakterien, Pilze oder Viren können nicht nur in Lebensmitteln auftreten. Auch Pharma- und Kosmetikprodukte sind mitunter belastet. Mikroorganismen lassen das Produkt verderben und können sogar zu einer echten Gefahr für den Verbraucher werden.

Kosmetika bieten einen idealen Nährboden für mikrobielle Keime: Sie enthalten mit Proteinen, Zucker, Vitaminen, Ölen und Wasser alles, was Mikroorganismen zum Wachstum benötigen. Die neutralen pH-Werte und die Lagerung im feuchtwarmen Badezimmer tragen zusätzlich zu einem für Bakterien und Pilze angenehmen Klima bei. Durch den Gebrauch gelangt über Hände und Mund eine Vielzahl an Mikroorganismen in das Produkt. Manchmal geschieht die Verunreinigung bereits bei der Produktion beispielsweise durch belastete Rohstoffe. Die meisten der Mikroorganismen sind für den Verbraucher harmlos. Bei Säuglingen, alten oder kranken Menschen können die mikrobiellen Keime aber gefährliche Infektionen hervorrufen. Manche Pilze und Bakterien produzieren zudem Toxine, die allergische Reaktionen und Hautreizungen auslösen können.

Um die mikrobielle Belastung der Produkte möglichst gering zu halten, empfiehlt der IKW den Einsatz der folgenden Maßnahmen im Rahmen eines mikrobiologischen Qualitätsmanagements:

  • Anwendung einer guten Herstellungspraxis (vgl. Kosmetik-GMP)
  • Anwendung und Überprüfung von Grenzwerten
  • Einsatz von Substanzen zur Konservierung der Produkte

Konservierungsmittel in Kosmetika: Wichtig oder schädlich?

Konservierungsstoffe sind bei der Produktion von Kosmetika unverzichtbar, denn diese hemmen das Wachstum von Mikroorganismen oder töten diese bei höherer Konzentration sogar ab. Ohne Konservierungsmittel wären die meisten wasserhaltigen Kosmetikprodukte nur maximal 2 Wochen haltbar. Nur wenige Kosmetika sind auch ohne zugesetzte Konservierungsmittel haltbar. Dazu zählen Produkte mit ätherischen Ölen oder hohem Alkoholgehalt sowie Produkte, die kein oder kaum Wasser enthalten.

Konservierungsmittel sind also wichtig, um Kosmetikprodukte vor dem Verderben und dem Wachstum potentiell gefährlicher Mikroorganismen zu schützen. Jedoch sind nicht alle Stoffe, die als Konservierungsmittel eingesetzt werden können, auch für den Verbraucher unbedenklich. Parabene beispielsweise besitzen eine hormonelle Wirkung, Benzoesäure kann pseudoallergische Reaktionen auslösen. In der Deutschen Kosmetikverordnung sind alle zulässigen Konservierungsstoffe aufgelistet.

Daneben gibt es einige natürliche Stoffe, die Substanzen enthalten, die wahrscheinlich antimikrobiell wirken und als Konservierungsmittel eingesetzt werden könnten. Dazu zählen beispielsweise Bienenharz, Zimtrinde, Nelkenöl, Piment-Öl, Muskatnuss-Öl, Ylang-Ylang-Öl, Rosenöl und Thymian. Diese sind für einen Einsatz in der Kosmetikindustrie jedoch noch nicht ausreichend erforscht.

Methoden zur mikrobiologischen Analyse von Kosmetikprodukten

Rechtlich verbindliche Grenzwerte für Keimgehalte gibt es derzeit nicht. Laut einer Empfehlung des Wissenschaftlichen Ausschusses Verbrauchersicherheit der Europäischen Kommission sollten jedoch – abhängig von der Produktart – nicht mehr als 100 bzw. 1.000 koloniebildende Einheiten pro Gramm enthalten sein. Bestimmte Erreger wie Staphylokokken oder E. coli dürfen in Produkten gar nicht nachweisbar sein.

Die Einhaltung dieser Grenzwerte kann man während der Produktion leicht prüfen. Dafür eignen sich Platten mit einem Nährbodenkissen, auf die eine Probe des Produkts aufgebracht wird. Nach einer Inkubationszeit von 24 – 48 Stunden kann die Keimzahl bestimmt werden.

Solche Test-Kits für die mikrobiologische Analyse von Cremes, Lotionen, Lippenstiften und weiteren Kosmetikprodukten bieten wir mit unserer neuen Reihe „Compact Dry für Kosmetika“. Damit kann sowohl die Gesamtkeimzahl als auch die Anzahl vorhandener E. coli, Coliformen und Staphylococcus aureus bestimmt werden.

Unser Produktsortiment für die mikrobiologische Analyse von Kosmetik:

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