In Mikrobiologie, Real-time PCR

In letzter Zeit gab es eine Reihe von Rückrufen von Austern aufgrund von Verunreinigungen durch Noroviren. Doch was sind eigentlich Noroviren, was sind Kontaminationsquellen und wie lassen sich die Viren nachweisen?

Was sind Noroviren?

Das Norovirus ist ein sehr ansteckendes Virus, das auf der ganzen Welt vorkommt und in der Regel Magen-Darm-Probleme verursacht. Die Erreger werden in großer Zahl mit dem Stuhl und Erbrochenem des Patienten ausgeschieden und sind hoch ansteckend. Daher kommt es in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Altenheimen oder Krankenhäusern häufig zu größeren Ausbrüchen mit Durchfall und Erbrechen.

Wie verbreiten sich Noroviren?

Von Mensch zu Mensch

Noroviren werden in der Regel durch Kontaktinfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Die Erreger werden in kleinen Spuren von Stuhl oder Erbrochenem von Patienten auf den Händen verteilt. Von der Hand gelangen die Viren dann leicht in den Mund. Winzige virushaltige Tröpfchen in der Luft, die beim Erbrechen auftreten, sind ebenfalls hoch ansteckend.

Über verunreinigte Gegenstände

Noroviren können an Gegenständen wie Türgriffen, Handläufen oder Armaturen haften und über die Hände leicht in den Mund gelangen.

Über Lebensmittel

Rohe Lebensmittel wie Salate, Obst (z. B. auch gefrorene Beeren), Krabben oder Schalentiere können mit Noroviren verunreinigt sein und eine Infektion verursachen, ebenso wie verunreinigtes Wasser und andere Getränke. Die Hauptquelle sind jedoch verunreinigte Muscheln (wie Austern), die roh oder unzureichend gegart verzehrt werden, sowie Obst und Gemüse (Abbildung 1).

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Die Auswirkungen des Norovirus

Nach Angaben der CDC verursacht das Norovirus in den Vereinigten Staaten jedes Jahr durchschnittlich:

  • 900 Todesfälle, hauptsächlich bei Erwachsenen über 65 Jahren
  • 109.000 Krankenhausaufenthalte
  • 465.000 Einweisungen in Notaufnahmen, vor allem bei Kleinkindern
  • 2.270.000 ambulante Klinikbesuche, vor allem bei Kleinkindern
  • 19 bis 21 Millionen Fälle von Erbrechen und Durchfallerkrankungen

Ausbrüche

Ein Norovirus-Ausbruch ist definiert als das Auftreten von zwei oder mehr ähnlichen Erkrankungen, die auf eine gemeinsame Exposition zurückzuführen sind und bei denen entweder der Verdacht besteht oder im Labor bestätigt wurde, dass sie durch Noroviren verursacht werden.

Norovirus-Erkrankungen und -Ausbrüche treten in der Regel verstärkt in den kälteren Wintermonaten auf, daher auch bekannt als „Winterkotzvirus“. Die Mehrzahl aller Ausbrüche findet in Ländern oberhalb des Äquators von November bis April statt (Abbildung 2), in Ländern unterhalb des Äquators von Mai bis September. In Ländern, die näher am Äquator liegen, kann das Norovirus jedoch auch saisonunabhängiger auftreten.

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Globale Trends

Weltweit wird etwa jeder fünfte Fall von akuter Gastroenteritis (Magen- oder Darmentzündung), die mit Durchfall und Erbrechen einhergeht, durch Noroviren verursacht.

Als Hauptursache für akute Gastroenteritis sowohl in Ländern mit niedrigem als auch mit hohem Einkommen verursacht das Norovirus jährlich:

  • 685 Millionen Fälle
  • 200 Millionen Fälle treten bei Kindern unter 5 Jahren auf
  • Jährlich ca. 50.000 Todesfälle bei Kindern, hauptsächlich in Entwicklungsländern

Jedes Jahr entstehen durch das Norovirus weltweit Kosten in Höhe von schätzungsweise 60 Milliarden Dollar durch Gesundheitsausgaben und Produktivitätsverlust.

Wie werden Viren in Lebensmitteln nachgewiesen?

Die Standardmethode für den Nachweis von Viren in Lebensmitteln ist die PCR. Die größte Schwierigkeit beim Nachweis von Virusverunreinigungen besteht darin, dass Lebensmittel oft nur sehr geringe Virusmengen enthalten. Diese können jedoch bereits eine Infektion verursachen und müssen daher zuverlässig nachgewiesen werden. Darüber hinaus ist es wünschenswert, dass nicht nur Lebensmittel, sondern auch Wasser und Oberflächen getestet werden. Ein real-time PCR-Test, der diese Anforderungen erfüllt und in der Lage ist, Norovirus und Hepatitis A gleichzeitig nachzuweisen, ist SureFast® Norovirus/Hepatitis A 3plex (Art. Nr. F7124).

Haben Sie weitere Fragen zu lebensmittelbedingten Viren? Wir beraten Sie gerne!

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