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Immer mehr Menschen leiden an einer Unverträglichkeit gegen Laktose. Damit steigt auch die Nachfrage nach laktosefreien Lebensmitteln. Welche Produkte laktosefrei sind, wie man den Laktosegehalt misst und welche rechtlichen Bestimmungen es gibt, haben wir zusammengefasst.

Die Laktoseintoleranz, eine Unverträglichkeit gegen den Milchzucker Laktose, ist weit verbreitet. Weltweit sind rund der 75 % der Bevölkerung betroffen, vor allem in Asien, Afrika und Südamerika. Ursache ist ein Mangel an dem Enzym Laktase, das Laktose aus der Nahrung aufspaltet. Dadurch wird die Laktose im Körper nicht abgebaut und gelangt unverändert in den Dickdarm, was unter anderem zu Übelkeit, Blähungen und Durchfall führt. Die Laktoseintoleranz ist zu unterscheiden von der Kuhmilchallergie, bei der eine immunologische Abwehrreaktion gegenüber Milcheiweiß vorliegt. Milchallergiker müssen vollständig auf Milchprodukte verzichten; laktosefreie Produkte sind keine geeignete Alternative für sie.

Laktosegehalt in Milchprodukten

Wer hingegen keine Laktose verträgt, muss nicht auf sämtliche Milchprodukte verzichten, denn während des Reifeprozesses wird der Milchzucker in seine Bestandteile Glukose und Galaktose gespalten. Diese Bestandteile lösen bei Betroffenen keine Beschwerden aus. Je länger das Produkt gereift ist, desto weniger Laktose enthält es und desto verträglicher ist es für Betroffene. Beispiele hierfür sind Schnitt- oder Hartkäse. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über den ungefähren Laktosegehalt verschiedener Milchprodukte:

LebensmittelLaktosegehalt
Kondensmilch, Milchschokolade9 - 13 %
Eiscreme, Schmelzkäse6 - 8 %
Vollmilch, Kefir, Molke, Buttermilch, Dickmilch, Sahne4 - 5 %
Joghurt, Quark, Sauerrahm, Frischkäse, Hüttenkäse, Mascarpone2 - 3 %
Butter, Feta, Brie, Mozzarella, Ricotta, Camembert0 - 1 %
Gouda, Parmesan, Cheddar, Edamer, Bergkäse, Gorgonzola<0.1 %

Laktose kommt aber nicht nur in Milchprodukten vor. In der Lebensmittelindustrie wird Laktose häufig zur Verbesserung der Konsistenz oder als Trägerstoff eingesetzt, sodass sie auch in Süßwaren, Desserts, Wurst oder in Tabletten enthalten sein kann.

Rechtliche Regelungen

Für Betroffene sind Speziallebensmittel erhältlich, bei denen der Laktosegehalt durch Beigabe von Laktase (β-Galactosidase) reduziert wurde. Milcherzeugnisse dürfen nur als „laktosefrei“ beworben werden, wenn sie weniger als 0,1 Gramm Laktose pro 100 Gramm Lebensmittel  enthalten. Der Laktosegehalt muss auf dem Produkt gekennzeichnet werden (z.B. „Laktosegehalt: unter 0,1 g/100 g“). Milchprodukte wie Hartkäse, die durch den Herstellungsprozess bedingt generell laktosefrei sind, können mit der Bezeichnung „von Natur aus laktosefrei“ oder „durch natürliche Reifung laktosefrei“ versehen werden.

Qualitätskontrolle für laktosefreie Lebensmittel

Laktosefreie Lebensmittel werden im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung regelmäßig kontrolliert. Um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, ist es wichtig, den Laktosegehalt während der Produktion zu überwachen. Eine zuverlässige Methode für die Analyse des Laktosegehalts in laktosefreien Milchprodukten ist die enzymatische Bestimmung von Laktose gemeinsam mit Glukose. Lebensmittel, die als “milchfrei” deklariert sind, müssen hingegen auf das Vorhandensein von Milchprotein (Casein oder ß-Lactoglobulin) getestet werden.

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