In Früchte, Gewürze & Nüsse, Mikrobiologie, Real-time PCR

Die Ausbreitung des Coronavirus sorgt weltweit für Beunruhigung. Weil die Erkenntnisse über dieses neuartige Virus noch begrenzt sind, gibt es viele Spekulationen. So wird befürchtet, dass das Virus auch über Lebensmittel übertragen werden kann. Ist da was dran?

Das Coronavirus befällt vor allem die Atemwege, weshalb es primär durch Tröpfcheninfektion verbreitet wird. Viele fragen sich aber, ob nicht auch weitere Übertragungswege möglich sind: Gegenstände wie zum Beispiel Türklinken oder Besteck wurden genannt, aus China importierte Waren wie Spielzeug, Kleidung oder Elektronik – und auch kontaminierte Lebensmittel.

Virale Kontaminationen in Lebensmitteln

Tatsächlich sind Viren, insbesondere Norovirus und Hepatitis A, eine häufige Ursache von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Zwar sind Lebensmittel kein Wirt für Viren, sie können sich also in Lebensmitteln nicht vermehren, aber sie können über infizierte Personen, z.B. im Handel oder in der Küche, auf das Lebensmittel gelangen und dort überdauern. Mit Viren kontaminierte Lebensmittel können beim Menschen Infektionen verursachen, die von einer leichten Durchfallerkrankung bis hin zu einer schweren Hepatitis reichen können. Lebensmittel, die per Hand verarbeitet werden und vor Verzehr nicht prozessiert werden, sind besonders gefährdet. Deshalb sind vor allem roh verzehrte Lebensmittel wie Salat, Obst und Gemüse oder auch Austern, Muscheln und Sushi eine häufige Infektionsquelle.

Norovirus

Noroviren sind für mehr als 90 % der nicht-bakteriell bedingten Gastroenteritiden verantwortlich. Symptome sind Erbrechen, Durchfall und Übelkeit. Da Noroviren äußerst umweltstabil sind, verursachen sie insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen wie z.B. Krankenhäusern und Pflegeheimen Gastroenteritis-Ausbrüche, die ein erhebliches Ausmaß annehmen können. Die Übertragung erfolgt entweder direkt von Mensch zu Mensch oder indirekt über verunreinigte Flächen, Gegenstände, Nahrungsmittel oder Wasser.

Hepatitis A

Das Hepatitis-A-Virus kann schwere Infektionen auslösen. Hauptsymptom ist eine Leberentzündung mit Symptomen wie Magen-Darm-Beschwerden, Fieber oder Hautausschlag. Eine Übertragung erfolgt meist durch verunreinigtes Trinkwasser (auch Eiswürfel), kontaminierte Lebensmittel oder durch eine Schmierinfektion.

Influenza

Seit dem Ausbruch der Geflügelpest (auch Vogelgrippe, aviäre Influenza oder HPAI) durch das Virus H5N8 ist die Influenza wieder verstärkt in den Fokus gerückt. Nicht alle Influenza-Subtypen sind für den Menschen pathogen, viele führen jedoch zu schweren Erkrankungen z.B. bei Hühnern oder Schweinen und können so einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen.

Viren sind hitzeempfindlich, Kälte hingegen (auch Tiefkühlen) macht sie nicht unschädlich.

Für das Coronavirus weisen seriöse Quellen wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) darauf hin, dass die Tröpcheninfektion den wichtigsten Übertragungsweg darstellt. Es kann aber bisher nicht ausgeschlossen werden, dass das Virus, wie andere virale Erreger auch, ebenso über Schmierinfektionen übertragen werden kann. Somit ist es denkbar, dass Gegenstände und Lebensmittel, die kurz zuvor mit Coronaviren kontaminiert wurden, eine Infektionsquelle darstellen. Dies ist aber wahrscheinlich nur in einem begrenzten Zeitrahmen möglich, da die Viren in der Umwelt nur einige Stunden lang überlebensfähig sind. Zudem ist bislang kein bestätigter Fall bekannt, bei dem die Infektion auf diesem Weg erfolgt ist. Trotzdem empfehlen sich im Umgang mit Lebensmitteln die Beachtung der allgemeinen Hygieneregeln – also vor allem: häufig Händewaschen.

Nachweis von Viren in Lebensmitteln

Der Nachweis von Viren ist ein wichtiger Bereich der Lebensmittelsicherheit. Lebensmittelbetriebe können hierfür molekularbiologische Testsysteme verwenden, z.B. die hochspezifischen real-time PCR-Kits der Produktlinie SureFast®.

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