In Mikrobiologie, Real-time PCR

Salmonellen sind stäbchenförmige Bakterien, die bei Menschen und Tieren Infektionen im Magen-Darm-Trakt auslösen. Die sogenannte Salmonellose kann sogar tödlich sein. Zudem verursacht sie in Ländern weltweit Milliardenkosten in Gesundheitssystemen. Eine neue Studie aus Ungarn liefert nun überraschende Zahlen, wie hoch diese wirklich sind.

Salmonellen: Diese Bakterien machen immer wieder Schlagzeilen. So meldete das Ärzteblatt am 29. Oktober 2021: “In fünf europäischen Ländern (EU/EEA) haben sich in den letzten drei Jahren mindestens 121 Menschen durch den Verzehr von sesamhaltigen Produkten aus Syrien infiziert, die mit Salmonellen kontaminiert waren.”

Im Artikel heißt es weiter: Die Chargen der kontaminierten Produkte wurden getestet und zurückgerufen. Für viele Menschen war es aber schon zu spät: Einige Erkrankte mussten im Krankenhaus behandelt werden, unter ihnen auch Kinder.

Wie werden Salmonellen übertragen?

Salmonellen gehören zu den Lebensmittelinfektionen (Zoonosen). Sie leben im Magen-Darm-Trakt von Tieren (für die sie ungefährlich sind). Salmonellen gelangen über tierische Produkte wie Fleisch, Eier oder Milchprodukte in den menschlichen Körper, die mit tierischen Fäkalien verunreinigt wurden. Auch verarbeitete Produkte wie Salami, Mayonnaise oder Tiramisu können kontaminiert sein. Eine Übertragung über das Trinkwasser und von Mensch zu Mensch ist hingen unüblich. Da Salmonellen auch außerhalb des Körpers wochenlang lebensfähig sind, können auch mangelnde Hygiene bei der Verarbeitung (kein Händewaschen) und eine Übertragung über z. B. Schneidbretter und Messer der Grund für eine Infektion sein.

Symptome eines Salmonellenbefalls sind Durchfall, Fieber, Magenkrämpfe, manchmal Übelkeit, Erbrechen, blutiger Durchfall und Kopfschmerzen. Gelangt der Erreger in den Blutkreislauf, kann die Infektion sogar tödlich enden.

Neue Studie aus Ungarn: Deutlich mehr Salmonellen-Fälle als die offiziellen Zahlen

Salmonellen sind weltweit eine Gefahr und Behörden sammeln Daten, wie groß diese wirklich ist. Jetzt hat eine Studie aus Ungarn (September 2021) die “Auswirkungen der lebensmittelbedingten Salmonellose auf die Gesundheit der Verbraucher in Ungarn” analysiert.

Die Zahl der Salmonellen-Infektionen liegt in Ungarn über 90.000 pro Jahr – und ist damit 18 x höher als die offiziellen Zahlen.

Wie hoch sind die direkten und indirekten Kosten durch Salmonellose? Auch danach fragte die Studie. Zu den direkten Kosten gehören die ärztliche Behandlung (Zuhause, Krankenhaus). Zu den indirekten Kosten gehören solche, die durch ein verändertes Konsumverhalten oder Arbeitsausfälle entstehen.

Wie viel würden Sie bezahlen, um eine Salmonellen-Infektion zu verhindern?

Ungarische Verbraucher*innen wurden auch danach befragt, welchen Betrag sie bezahlen würden, um eine Infektion zu vermeiden (Analyse der Zahlungsbereitschaft (Willingness-to-pay = WTP)).

Für die WTP-Analyse wurden 456 quantitativ bestimmbare Antworten ausgewertet. Die Ergebnisse zeigten, dass der durchschnittliche WTP der Verbraucher für die Vermeidung einer Salmonelleninfektion 86,3 € betrug.

Unter Berücksichtigung der bestätigten Salmonellose-Inzidenz im Jahr 2015 und des in der Studie berechneten 18-fachen Multiplikators wurde der Schaden für die Gesundheit der Verbraucher*innen in Ungarn auf jährlich 7,87 Millionen Euro geschätzt.

Auch in den USA und in der EU sind die Kosten hoch

Nicht nur in Ungarn sammeln Behörden Daten, um den volkswirtschaftlichen Schaden durch Salmonellen zu erfassen. Der Economic Research Service (ERS) des USDA (US Department of Agriculture) schätzt, dass Salmonelleninfektionen aus allen Quellen Kosten in Höhe von 2,65 Milliarden Dollar pro Jahr verursachen. Dies basiert auf einer Schätzung der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) von jährlich fast 1,4 Millionen Salmonellenfällen aus allen Quellen, mit 415 Todesfällen. Die geschätzten Durchschnittskosten pro Fall liegen bei 1.896 $.

In der Europäischen Union werden jährlich mehr als 350.000 Fälle von Zoonosen beim Menschen gemeldet, aber die tatsächliche Zahl dürfte noch höher sein. Nach Schätzung der EFSA (European Food Safety Authority) könnten Salmonellosen beim Menschen die Wirtschaft jährlich insgesamt mit bis zu 3 Mrd. EUR belasten.

Lückenlose Tests schützen Menschen

Tests auf Salmonellen während der gesamten Produktionskette sind unbedingt empfehlenswert, um eine Kontamination zu erkennen. Frühere Tests sahen eine Kultivierung auf einem Nährboden vor, aber dies liefert keine schnellen Ergebnisse.

Deutlich schneller sind Real-time PCR (als auch der antikörperbasierte ELISA-Test: Sie benötigen nur eine Inkubation von 18 Stunden ± 2 Stunden in Peptonwasser (BPW). Der spezifische Nachweis für Salmonella spp. oder als Multipex-Kit für Salmonella enteritidis und Salmonella typhimurium kann direkt angeschlossen werden und dauert je nach Probenmenge ca. 2 Stunden. Daher etabliert sich zunehmend die real-time PCR, die deutlich schneller und zudem hochgradig sensitiv, spezifisch und automatisierbar ist. R-Biopharm bietet Ihnen passende Tests an.

Doch auch Verbraucher*innen können sich vor einer Salmonelleninfektion schützen. Lebensmittel, die mit Salmonellen kontaminiert sein können, wie z. B. Hackfleisch, sollten im Kühlschrank gelagert, schnell aufgebraucht und beim Kochen ausreichend erhitzt werden. Weitere Regeln für den Infektionsschutz sind hier zusammengefasst.

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