In Rückstände

Wenn es um die Sicherheit von Lebensmitteln geht, sorgen sich Verbraucher in Deutschland einer aktuellen Umfrage zufolge vor allem um Rückstände von Antibiotika. Ist die Sorge berechtigt? Wie groß ist die Gefahr wirklich?

Wie aus dem aktuellen Verbrauchermonitor des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hervorgeht, halten die Deutschen ihre Lebensmittel zwar im Allgemeinen für sicher. Antibiotikarückstände und -resistenzen bereiten aber der Mehrheit der Befragten Sorgen – mehr noch als Mikroplastik, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, Glyphosat, Mykotoxine oder Salmonellen. Tatsächlich sind Antibiotika in der Lebensmittelkette seit Jahren ein bekanntes Problem. In der industriellen Tierhaltung werden Tiere oft mit Antibiotika behandelt, was bei falscher Verwendung zu Rückständen in tierischen Produkten führen kann. Der Verzehr belasteter Lebensmittel stellt für Verbraucher ein Gesundheitsrisiko dar. Und es gibt noch mehr Probleme, wie Ronald Niemeijer im Video erläutert:

Wie viel Antibiotika-Rückstände stecken denn nun in unseren Lebensmitteln? Sofern die Arzneimittel in der Tierhaltung korrekt eingesetzt und die vorgeschriebenen Wartezeiten bis zur Schlachtung eingehalten wurden, gar keine. Rückstände bilden sich nur, wenn Antibiotika falsch oder übermäßig eingesetzt werden. Belastete Lebensmittel können Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch, Innereien, Milch, Eier oder auch Honig sein. Lebensmittel tierischer Herkunft werden aber streng überwacht und insgesamt finden die Lebensmittelbehörden nur selten Arzneimittelrückstände. So veröffentlichte das europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel, RASFF, im Jahr 2019 genau 42 Meldungen zu Funden von Antibiotikarückständen in Lebensmitteln. Zum Vergleich: Mykotoxine waren im selben Zeitraum für 534 Meldungen verantwortlich, Salmonellen sogar für 811 Meldungen.

  • RASFF-Meldungen im Zusammenhang mit Antibiotika

Das Hauptproblem sind weniger die Rückstände in Lebensmitteln als die Entwicklung von Resistenzen. Mit jedem Antibiotikaeinsatz riskiert man, dass Bakterien Resistenzen gegen die Medikamente entwickeln und in der Folge nicht mehr zu kontrollieren sind – insbesondere im Fall von Multiresistenzen. Bakterielle Infektionen könnten so in Zukunft nicht mehr behandelbar sein und nicht selten tödlich enden. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Antibiotika ist daher von entscheidender Bedeutung – in der Tierhaltung ebenso wie in der Humanmedizin.

Antibiotika-Rückstände in Lebensmitteln nachweisen

Wir bieten ein umfassendes Portfolio an Testkits für den zuverlässigen Nachweis von Antibiotika-Rückständen in Lebensmitteln.

Aktuelle Beiträge

Suchbegriff eingeben und Enter drücken

tetrodotoxinlactoferrin in milchpulver