In Getreide, Lateral Flow-Tests, Mykotoxine

Ein verschimmeltes Brot ist für den Verbraucher leicht zu erkennen. Doch Schimmel kann auch bereits auf dem Feld entstehen und die Ernte kontaminieren. Gefährlicher als der Schimmelpilz an sich sind die von ihm gebildeten Gifte, die sogenannten Mykotoxine. Eines der am häufigsten vorkommenden Mykotoxine ist Deoxynivalenol (DON).

Mykotoxine wie Deoxynivalenol sind ein Problem für die weltweite Landwirtschaft – und eine Gesundheitsgefahr. Es wird geschätzt, dass ein Viertel der weltweit produzierten Lebensmittel mit Mykotoxinen belastet ist. Die Schimmelpilzgifte können bereits in geringen Konzentrationen toxische Wirkungen zeigen und sowohl akute als auch chronische Schäden verursachen. Derzeit sind mehrere hundert verschiedene Mykotoxine bekannt, die von unterschiedlichen Schimmelpilzen produziert werden. Deoxynivalenol ist ein Mykotoxin aus der Gruppe der Trichothecene und wird von Schimmelpilzen der Gattung Fusarium gebildet. Wir haben zusammengefasst, was Sie über dieses Toxin wissen sollten.

Wie verbreitet ist DON?

DON ist in Europa und Nordamerika das am häufigsten vorkommende Mykotoxin und findet sich regelmäßig in Getreide wie Weizen, Gerste, Hafer und Mais. Die Verbreitung von Schimmelpilzen hängt jedoch von den klimatischen Bedingungen ab und schwankt von Region zu Region und von Jahr zu Jahr. Wechselhaftes Wetter mit vielen Niederschlägen während der Getreideblüte fördert das Wachstum von Schimmelpilzen. So kam es etwa im Jahr 2016 in Mitteleuropa zu auffällig hohen DON-Konzentrationen. Die EU-Grenzwerte wurden in einigen Regionen mehrfach überschritten. Im Folgejahr waren vor allem die skandinavischen Länder stark betroffen. Für die Ernte 2020 lassen sich noch keine Vorhersagen treffen – doch das vielerorts sehr feuchte Frühjahr könnte wohl seine Spuren hinterlassen.

Wie gefährlich ist DON?

DON hat viele toxische Eigenschaften: Es kann akute Vergiftungen auslösen, die sich durch Übelkeit und Erbrechen äußern – was ihm auch den Beinamen „Vomitoxin“ einbrachte. Zudem wirkt es immunsuppressiv, zytotoxisch und kann Nierenprobleme verursachen. Bei Tieren, die mit kontaminiertem Futter gefüttert werden, kann DON zu Appetitverlust, Wachstumsverzögerungen und einer erhöhten Infektanfälligkeit führen. Schweine reagieren besonders sensibel auf das Toxin.

Welche gesetzlichen Vorschriften gibt es?

Um eine Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier auszuschließen, haben die meisten Länder Grenzwerte für den Mykotoxingehalt in verschiedenen Lebensmitteln und Futtermitteln festgelegt. Die folgende Tabelle zeigt die in der EU geltenden Höchstwerte.

Deoxynivalenol in LebensmittelnHöchstgehalt
Unverarbeitetes Getreide (außer Hartweizen, Hafer und Mais)1250 μg/kg
Unverarbeiteter Hartweizen, Hafer und Mais1750 μg/kg
Zum unmittelbaren menschlichen Verzehr bestimmtes Getreide, Getreidemehl, Kleie, Keime750 μg/kg
Brot, Kekse, Feingebäck, Getreide-Snacks und Frühstückscerealien500 μg/kg
Teigwaren (trocken)750 μg/kg
Getreidebekost für Säuglinge und Kleinkinder200 μg/kg
Deoxynivalenol in FuttermittelnRichtwert
Getreide und Getreideprodukte außer Mais-Nebenprodukte8 mg/kg
Mais-Nebenprodukte12 mg/kg
Ergänzungsmittel und Fertigfutter5 mg/kg
Ergänzungsmittel und Fertigfutter für Schweine0,9 mg/kg
Ergänzungsmittel und Fertigfutter für Kälber, Lämmer und Jungtiere2 mg/kg

Die umfassende Verordnung macht Nachweisverfahren für Mykotoxine erforderlich. Viele Betriebe haben hier insbesondere Bedarf an Schnelltests, mit denen das Getreide direkt bei Anlieferung auf den Mykotoxingehalt getestet werden kann. Ein quantitatives Ergebnis direkt vor Ort in nur 3 Minuten ermöglicht der immunchromatographische Schnelltest RIDA®QUICK DON RQS ECO in Kombination mit der RIDA®SMART APP.

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